Solingen
· Glüder
Einleitung1922 schreibt Franz Hendrichs in sein Wanderbuch: »Auf der anderen, also linken Wupperseite, etwas oberhalb des Balkhauser Kottens hat man in früheren Jahren mit großem Fleiß nach Kohlen gegraben, mußte sich aber mit einer so bescheidenen Ausbeute begnügen, daß der Versuch wieder aufgegeben wurde. Auf unserem Wege kommen wir nach Glüder, wo sich von der linken Seite der Sengbach in die Wupper ergießt, der früher so fischreich war, daß er auch wohl "Goldener Forellenbach" genannt wurde. Heute speist er die Solinger Talsperre und liefert dadurch Solingen das Trinkwasser.
Unweit des Strohnerhofes, der früher im Besitz des Maltheserordens war, erhebt sich jetzt das städtische Turbinen- und Pumpwerk, das mit der Talsperre in unmittelbarer Verbindung steht und die Wupper zum Antriebe nutzt.«
Was fällt mir heute zu dieser Hofschaft im Süden von Solingen ein?
Unser Stadtgeschichten-Schreiber Rosenthal erwähnt Glüder in seinem
ersten Band nur im Zusammenhang von kriegerischen Handlungen. Demnach
wurden Glüder und der Strohner Hof im Juli 1633 vollständig ausgeraubt
(die Übeltäter nennt er nicht). Der nächste Übergriff soll im
Dezember 1672 stattgefunden haben,
als französische Soldaten den Hof Glüder ebenfalls plünderten und abbrannten.
Durch eine Kollekte konnte dem geschädigten Bauern aber geholfen werden
(Seite 225 bzw. 275). "Das unruhige 18. Jahrhundert begann mit dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1713/14). Im Oktober 1702 setzten die Franzosen unter Marschall Tallard zu einem Raubzug über den Rhein. Während der Schreckenstage des 5. und 6. Oktober plünderten sie Glüder und Strohn..." (B.II, S.9). Wieweit Rosenthal mit diesen Angaben die Vergangenheit zutreffend beschreibt, bleibt noch zu klären. An anderer Stelle gibt es noch einen Hinweis auf die Schreckenstage des 5. und 6. Oktober 1702. Hans Brangs fügte im August 1968 in Die Heimat (S.32) einige Details zu den Morden und Plünderungen, ausgeführt von französischen und kurkölnischen Soldaten, dem geschichtlichen Puzzle hinzu. .. Clemens Dickes zur Gosse stirbt durch einen Kopfschuss .. Peter Johann wird in Wilhelm Soeters Behausung geboren.. Mittlerweile ist wieder Ruhe in das Tal eingetreten. Die Diskothek ist in einen ehemaligen Biertempel ins nahe gelegene Ohligs abgewandert, zeitweise sorgt die Leitung vom Tierheim für kurzweilige Schlagzeilen, ansonsten gute Nacht. Manchmal "stranden" auswärtige Besucher in Glüder, diese werden aber nicht als Eroberer empfunden, sondern als gern gesehene Gäste und Gleichgesinnte im Tal der wippenden Wupper aufgenommen (für den lokalen Sprachschatz: Durchcamper). Max Schmidt brachte seine Eindrücke zu Glüder schon 1925 zu Papier.
Links und Rechts des Weges:
Seit einigen Tagen hat auch das Landhaus Glüder wieder seine Pforte geöffnet,
von Donnerstag bis Sonntag. (So mein Wissensstand Ende Mai 2004.)
1967 warb der damalige Pächter mit dieser Darstellung auf einer Ansichtskarte.
Knapp 40 Jahre später ..
Vor mehr als hundert Jahren gab es an dieser Stelle schon ein Restaurant: -»Carl Soffel/1900
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